
Gestern habe ich eine Nachricht erhalten, über die ich mich sehr gefreut habe. „Macht wirklich Freude, Dein Buch zu lesen.“ Das hat Sarah Koller geschrieben. Sie ist die Lektorin meines neuen Romans ‚Wut. Liebe. Filmriss.‘ Sarah hat auch schon mein letztes Buch ‚Huchting‘ lektoriert. Mir hat damals die Zusammenarbeit so viel Spaß gemacht, dass ich sie gefragt habe, ob wir das nicht wiederholen können.
Ein Lektorat ist für ein Buch sehr wichtig. Es passiert schnell, dass ich als Autor Details aus dem Blick verliere, wenn ich schon lange an einem Manuskript gearbeitet habe. Irgendwann sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Da hilft ein professioneller Blick von außen. „Bist Du Dir sicher, dass sich die Person in dieser Situation so verhält?“ – „Warum steht der Charakter jetzt vor einer verschlossenen Tür? Im letzten Kapitel hat er doch einen Schlüssel mitgenommen.“ – „Ich finde, diese Szene braucht es nicht unbedingt.“ – „Ich würde das Kapitel anders nennen. Was hältst Du von diesem Vorschlag: …“
Bei unserer gemeinsamen Arbeit an ‚Huchting‘ habe ich gemerkt, dass Sarah versteht, was mir als Autor wichtig ist. Sie hat nicht einfach nur gute Tipps gegeben, sondern das künstlerische Konzept verstanden. Deshalb bin ich so dankbar, dass sie wieder mitmacht.
Und ich freue mich, dass ihr die Arbeit daran gefällt. Dabei ist das Thema der Geschichte(n) gar nicht so lustig. Es geht, grob gesagt, um Männer und Frauen, die ihren Platz in der Welt suchen oder glauben, ihn verteidigen zu müssen. Es kommt zu Verletzungen. Für manche endet es sogar tödlich. ‚Wut. Liebe. Filmriss.‘ tut manchmal ganz schön weh. Ich gehe darin nicht besonders rücksichtsvoll um mit meinen Figuren, mit mir selbst und mit meiner Leserschaft.
Ich finde, dass das notwendig ist. Nicht immer, aber immer wieder. Denn diese Suche nach dem Platz in der Welt, die Furcht davor, ihn möglicherweise nicht zu finden oder wieder zu verlieren, die kennen wir alle mehr oder weniger. Ziemlich schnell kann es dabei passieren, dass wir einander verletzen. Das ist verständlich. Aber es hilft natürlich nicht. Viel besser ist es doch, wenn wir uns gegenseitig unterstützen mit den Ressourcen, die wir haben, mit Wissen, Ratschlägen oder einfach nur ein wenig Zeit.
Eine banale Aussage, ich weiß. Aber vielleicht muss man sich auch solche banalen Dinge zwischendurch mal wieder vor Augen halten.
Dies ist ein GOFIGRAMM, das Editorial meines kostenlosen Newsletters GOFIZINE. Den Newsletter veröffentliche ich unter https://steady.page/de/gofimueller. Du kannst ihn dort abonnieren.