Das Abenteuer von ‚Ohne mich geht’s nicht‘ – als Fortsetzungsgeschichte. Wie kam es überhaupt dazu, dass wir dieses Album aufgenommen haben? In den nächsten Tagen erscheinen die nächsten Folgen der Story. Und natürlich dürft ihr auch die Musk hören.

EIN GEWAGTER PLAN

Wer mich nicht kennt, weiß vielleicht nicht, dass meine familiären Verhältnisse ein bisschen kompliziert sind. Zwei unserer vierköpfigen Familie haben einen Behindertenausweis. Und die anderen beiden sind auch nicht ganz dicht. Bei uns kann es jederzeit vorkommen, dass die eben noch heile Welt aus den Fugen gerät. Wir haben uns zwar inzwischen eine recht stabile Schieflage erarbeitet, aber wir können trotzdem nie ganz sicher sein, dass wir nicht demnächst wieder abkippen.
Im Dezember 2016, an dem Tag, für den Winnie freundlicherweise unser Treffen arrangiert hatte, war es mal wieder so weit. Uns wurde alles zu viel. Ich sagte ab. Und die Vorstellung, mich erneut auf das Abenteuer des Musikmachens einzulassen, schien eine dämliche Idee gewesen zu sein. Doch die dunklen Wolken verzogen sich wieder. Unsere Nerven beruhigten sich. Und noch etwas anderes passierte. Manu konnte Hilfe gebrauchen.

Was man als Künstler tut oder lässt, ist ja nicht nur eine Frage des Wollens und Könnens, sondern auch der Umstände. Es ist – leider – deshalb immer wieder auch eine wirtschaftliche Frage. Und es gibt viel zu viele Künstler, die trotz all der Qualität, die sie regelmäßig abliefern, ums Überleben kämpfen müssen. Mein Freund Manu ist dafür ein gutes Beispiel. Er ist ein hervorragender Bassist, Produzent und Musiker. Trotzdem wird es wohl noch lange dauern, bis er seine Schäfchen im Trockenen hat.

Als wir wieder einmal zusammen saßen und uns um ausbleibende Aufträge bzw. Zahlungen sorgten und darüber nachdachten, dass der Januar grundsätzlich ein schwieriger Monat sei, weil die Projekte des vorigen Jahres abgeschlossen und die Aufträge des neuen Jahres noch nicht eingegangen sind, fasste ich einen Entschluss: Wir würden im laufenden Jahr ein Projekt starten, das ihm im Januar des folgenden Jahres ein Einkommen bescheren würde. Gleichzeitig würden wir all denen eine Freude machen, die schon seit längerem auf neue Musik von mir warteten.

Was wir dafür benötigten, war klar: eine Band, neue Songs und ein Produktionsbudget von mindestens 10.000 €.
Ich gebe zu: Der Ausblick, eine derartig große Summe beschaffen zu müssen, war ein Stimmungsdämpfer. Natürlich gab es nur einen Weg, um an so viel Geld zu gelangen. Wir mussten ein Crowdfunding starten. Alles würde davon abhängen, dass sich genügend Leute fanden, die unsere Musik wirklich hören wollten. Und wer konnte schon wissen, ob das der Fall war?
Die anderen beiden Punkte des Plans waren leicht. Schnell war die Band zusammengetrommelt. Selbstverständlich war Winnie mit von der Partie. Als nächstes stieß Björn dazu, der ›Neue Helden‹ mochte und Lust auf ein Abenteuer mit uns hatte. Und schließlich stieg David ein, mein junger Nachbar, der ein hervorragender Gitarrist ist, nur eine Straße weiter wohnt und den ich trotzdem noch nie zuvor gesehen hatte. Der Kontakt kam über Manu zustande. Es gab nun eine Band. Aber noch keine Songs.

Ich musste mich also an die Arbeit machen.

(Fortsetzung folgt)