Teil des Informationszeitalters zu sein, bedeutet, dass geistige Inhalte aller Art, ob es sich nun um Zeitungsartikel, Blogposts, Bücher, Lieder, Kunstwerke oder wissenschaftliche Arbeiten handelt, Produkte sind, die verkauft werden sollen.

Die Orte, an denen diese Produkte angeboten werden, die sozialen Netzwerke, die Verlage, die Buchhandlungen, die Zeitungen und Magazine und was es da sonst noch so alles gibt, bilden gemeinsam den riesigen Marktplatz, auf dem die Produkte feilgeboten werden.

Am besten verkauft, wer am lautesten schreit und wer sich am nachhaltigsten in das Bewusstsein der Käufer drängt. Das betrifft inzwischen nicht mehr nur Boulevard Zeitungen oder zwielichtige Internetseiten, sondern auch solche Medien, die nach ihrem Selbstverständnis seriös sind. Deshalb greifen auch sie inzwischen auf marktschreierische Überschriften und unlautere Verkaufsmethoden zurück.

Dass die Qualität sich am Ende durchsetzen wird, ist ein Irrtum. Denn Qualität muss zunächst bemerkt werden und sich dann herumsprechen. Das aber dauert. Bis es soweit ist, hat die Konkurrenz bereits die Aufmerksamkeit der Käufer erregt.

Neben der Lautstärke gibt es noch einen weiteren Faktor, der Menschen dazu bewegt, die eigenen geistigen Inhalte wahrzunehmen: Nützlichkeit. In einem überbordenden Angebot an Informationen suchen Menschen nach dem, was ihnen nützt. Wenn es dann auch noch in relativ kurzer Zeit konsumiert werden kann, umso besser.

Ich frage mich, was man in solch einer Situation tut, wenn man Hersteller geistiger Inhalte ist, die niemandem nutzen, und gleichzeitig großen Wert auf die Qualität seiner Arbeit legt. Wenn man zum Beispiel ein Künstler ist.

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