Es ist schon ganz schön lange her, dass ich unbedingt ein Blog haben wollte. Ich glaube, der erste, bei dem ich ein Blog entdeckte, war mein Freund Andy. Andy war ein cooler Typ aus England. Er war technikaffin, kannte sich gut im Internet aus und schien unserer deutschen Zeit immer ein bisschen voraus zu sein. Facebook gab es noch nicht. Blogs waren das nächste große Ding des so genannten Web zwei Punkt Null. Und ich fand die Vorstellung einfach cool, eine eigene Seite zu haben und damit das Internet irgendwie zumindest ein bisschen mitzugestalten.

Kurze Zeit darauf hatte ich einen eigenen Blog bei blogger.com. Zum ersten Mal in meinem Leben machte ich mich vertraut mit einer What-you-See-is-what-you-get-Oberfläche. Und stand plötzlich vor der Herausforderung, mir zu überlegen, was ich der Welt gerne mitteilen wollte. In den vergangenen Jahren bin ich immer wieder sorgfältig durchs Netz gegangen und habe meine alten blogs gesucht, um sie zu löschen.Ich hatte im Lauf der Jahre einfach zu viel Blödsinn geschrieben. Aber manche Artikel waren auch gar nicht so schlecht. Ziemlich schnell habe ich mein Blog als eine Art Ventil genutzt um als politisch eher links eingestellter Christ in einem evangelikalen Umfeld ein bisschen Druck abzulassen. Das hat nicht immer alle mir nahestehenden Personen erfreut.

Später wurde mir das alles zu anstrengend. Es war mühsam auf Kommentare reagieren zu müssen, in manchen Punkten zurückrudern zu müssen oder Aussagen, zu denen ich stand, verteidigen zu müssen. Ich kannte damals ja Facebook noch nicht und hatte daher keine Ahnung, wie anstrengend eine online-Existenz wirklich sein kann. Deshalb nutzte ich meine blogs schließlich mehr wie Webseiten, auf denen ich Informationen weitergab, aber nicht allzuoft meine Meinung sagte.

So habe ich das ziemlich lange gehalten. Aber neulich habe ich auf einmal wieder Lust bekommen auf ein Blog. Blog-Artikel oder meinetwegen auch Tagebucheinträge, die öffentlich sind, haben die schöne Eigenschaft, dass man in ihnen sowohl über sich selbst schreiben kann als auch über Themen, die einen interessieren. Schon in meinem Podcast, dem Goficast, befasse ich mich ausführlich mit Themen, die um die Künste kreisen. Das werde ich auch weiterhin tun. Aber vielleicht ist ja die Form eines Tagebucheintrages noch geeigneter, um auf unterhaltsame und eingängige Weise über Dinge zu schreiben, die mich und hoffentlich auch meine Leserinnen und Leser interessieren.

Ich finde, das ist ein echtes Abenteuer. Ich werde erst im Lauf der Tage und Wochen die richtige Form dafür entwickeln können. Aber ich habe das Gefühl, dass ich genau so etwas brauche: ein neues Abenteuer, ein neues Projekt, an dem ich mich abarbeiten kann. Schauen wir doch mal, wohin uns diese Reise führt. Wenn du Lust hast mit dabei zu sein, freue ich mich. Bis demnächst.

3 thoughts on “Ein neues Projekt

  1. Ich freue mich und wünsch dir viel Spaß beim schreiben. Hab deinen Gedanken früher schon gerne gefolgt.
    Mein Blog ist nach kurzer Wiederbelebung vor einigen Jahren wieder eingeschlafen. Mir fehlt da einfach der biss dranzubleiben und der Spaß am Schreiben…

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