Ich hab endlich wieder gut geschlafen. Allmählich gewöhnt sich der Körper an den normalen Schulrhythmus. In den Ferien kommt immer alles durcheinander. Da geht man spät ins Bett und steht spät auf. Wenn dann die Schule wieder anfängt, kann ich immer erst nicht einschlafen und komme morgens nicht aus dem Bett raus. Aber jetzt ist wieder alles normal: früh eingeschlafen, durchgeschlafen und nach einer kurzen, harten Nacht gut aufgewacht.

Der ganz normale Drill klappt schon wieder wie am Schnürchen. Anziehen, Kaffee kochen, Söhne wecken, Schulfrühstück vorbereiten, die morgendlichen Abläufe moderieren, Söhne zum Fertigmachen schicken, Söhne pünktlich aus dem Haus schicken. Danach aufräumen: Küche, Schlafzimmer. Die Nymphensittiche Engels und Marx wecken, Wohnzimmer lüften, Vögel füttern. Irgendwann am Ende der Nahrungskette komme ich: Zähneputzen und duschen. Und neuerdings: Tagebuch/Blog schreiben.

Heute Morgen dachte ich, wie verrückt es ist, dass ich es schon immer für normal gehalten habe, vollkommen in Frieden und Sicherheit das Frühstück vorzubereiten, während jetzt gerade in Kobane und anderen nordsyrischen Städten Menschen fliehen oder umgebracht werden. Mal wieder. In solch einem Moment habe ich ganz kurz ein schlechtes Gewissen. Aber dann denke ich, dass es die Aufgabe von Menschen ist, die in Frieden und Sicherheit leben, diesen Zustand so lange zu genießen und wertzuschätzen, so lange er anhält.

Mal sehen, was der Tag so bringt. Heute veröffentlichen wir die nächste Episode von Rhadio: Wir reden über ‘Deutschland’ von Rammstein. Eigentlich hätte die Folge mit der Marburger Musikerin Tina Kuhn erscheinen sollen. Aber nach dem Anschlag von Halle reden wir gerade wieder alle verstärkt über Rechtsextremismus, Nationalismus und Antisemitismus. Da passt der Song von Rammstein einfach besser.

Außerdem sollten heute neue Folgen des Goficastes online gehen. Ich muss das Konzept ein wenig ändern. Die einzelnen Folgen müssen kürzer werden. Inzwischen ist das Angebot an Podcasts und Vorträgen so reichhaltig, dass niemand mehr die Zeit hat, sich das alles anzuhören. Außerdem werde ich mehr über Instagram veröffentlichen. Auf diesem Weg erreiche ich ein völlig anderes Publikum. Und schreiben, schreiben sollte ich auch nicht vergessen. Mal schauen, ob heute die Cover-Vorschläge für das neue Buch kommen. Ich versuche, optimistisch zu sein und sehr, sehr gelassen.

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