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Was uns durchhalten lässt

Wenn man sich für etwas engagiert, woran man glaubt, dann braucht man einen ganz schön langen Atem. 

Vor neun Jahren ist meine Ex-Frau und beste Freundin in die SPD eingetreten, weil sie etwas gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft tun wollte. Vor drei Jahren, als die Ampelregierung zerbrach, bin ich ihr dorthin gefolgt. Mein Freund Jay war kurz zuvor bei den Grünen eingetreten, und das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen. Wenn er sich so engagieren konnte, konnte ich das auch. Es ging vor allem darum, ein Statement zu setzen, zu zeigen, was uns wichtig ist und wofür wir uns starkmachen. 

In sechs Tagen wird in Sachsen-Anhalt eine neue Landesregierung gewählt und die AfD stärkste Kraft werden. Der Kampf gegen den Rechtsruck hat bisher, so scheint es, nicht viel gebracht. Lohnt er sich trotzdem? Was motiviert uns, damit weiterzumachen?

Als ich im Juni mit meiner Konzert-Lesung auch in Magdeburg im großartigen Kulturkollektiv in der Arndtstraße auftrat, sprach ich anschließend mit zwei jüngeren Erwachsenen, die durch das städtische Szenemagazin auf den Abend aufmerksam geworden waren. Wir sprachen über die politische Situation und merkten ziemlich schnell, dass wir mit unseren Ansichten nicht weit voneinander entfernt waren. Abschließend sagte der junge Mann: „Vergesst uns nicht. Es gibt hier viele, die für die gute Sache kämpfen.“ Dieser Abend hat uns allen zumindest Mut gemacht und das Gefühl vermittelt, dass wir nicht alleine sind.

Vergangene Woche habe ich viel darüber nachgedacht, was uns auch über lange Zeit motivieren und antreiben kann. Und ich denke, es können weder Angst, Wut noch Empörung sein, auch wenn diese Emotionen berechtigt und manchmal auch notwendig sind. Eine Motivation, die langfristig trägt, muss positiv sein. Die anderen sind Energiefresser, die uns auf Dauer auszehren. Nur die Liebe zu etwas, die Überzeugung von etwas verleiht die nötige Kraft, um durchhalten zu können. Das ist zumindest meine Überzeugung.

Auch der religiöse Glaube kann so etwas sein. Ich habe die ganze letzte Woche sehr konzentriert an einer neuen Webseite gearbeitet, die Elemente anbietet, die man wie Module verwenden kann. Sie sollen dabei helfen, privat oder mit anderen zusammen spirituelle Auszeiten zu gestalten. Die Seite heißt Hossarchie. Sie ist ein Angebot unseres Podcasts „Hossa Talk“ und enthält Gebete, Meditationen, Impulse und andere schöne Dinge. Vielleicht hast Du ja Lust, sie Dir mal anzuschauen. Sie wird in den nächsten Monaten immer weiter wachsen. Ich denke, auch solche gemeinsamen Zeiten, die gemeinsame Konzentration auf das, was gut ist und was das Leben lebenswert macht, helfen uns dabei, durchzuhalten.

Was motiviert mich, mich für die Dinge einzusetzen, an die ich glaube? Diese Frage stelle ich mir selbst. Vielleicht ist das ja auch eine gute Frage an Dich.

Ich wünsche Dir eine tolle Woche. Bis nächsten Montag!

Dein Gofi

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