Wie ich Songs schreibe

Als ich ein älterer Jugendlicher oder vielleicht auch junger Erwachsener war (so genau weiß ich das nicht mehr), hatte ich, was das Schreiben von Liedern angeht,  eine wichtige Erkenntnis: Ich kann das. Damit meinte ich nicht, dass ich mich für besonders begabt hielt, Lieder zu schreiben. Es war vielmehr die ganz banale Erkenntnis, dass ich Worte und Töne miteinander verbinden konnte und dass auf diese Weise ein Lied entstand. Ich hatte einen ziemlich schlechten englischen Text verfasst, eine Art Gedicht, und dann in einem Anfall von Wagemut mir dazu mehr oder weniger passende Töne ausgedacht. Und siehe – ein Lied war entstanden. Wie gesagt, es war ein schlechtes Lied. Aber…

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Von der Wichtigkeit des Unnützen

Gestern habe ich in Franken eine junge Künstlerin getroffen. Ich hatte bei einem Gottesdienst gesprochen und mich wie gewöhnlich als Künstler aus Marburg vorgestellt. Allein das war Grund genug für sie, nach meiner Predigt nach vorne zur Bühne zu kommen und nach meiner Kunst zu fragen. Während meines Vortrages hatte ich meine sonstige Arbeit gar nicht erwähnt. Nur zur Einführung, als ich mich vorstellte, hatte ich kurz gesagt, was ich zuletzt gemacht habe und womit ich mich zurzeit beschäftigte. Ansonsten ging es um etwas völlig anderes. Sie aber sprach mich auf meine Kunst an. Ich vermute, das lag daran, dass es eben nicht häufig vorkommt, dass sich jemand selbst als…

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Kauf dir was Schönes

In der Vergangenheit sind immer wieder mal Freunde auf mich zugekommen, die gerne ein Gemälde von mir gekauft hätten. Allein über das Interesse habe ich mich schon sehr gefreut. Aber dann kam die peinliche Frage: “Wieviel soll es denn kosten?” Das ist immer so ein blöder Moment. Als Künstler willst du ja nicht einfach nur Geld verdienen. Das natürlich auch. Aber schon allein die Anerkennung deiner Arbeit, die Tatsache, dass jemand bereit ist, für das, was du hergestellt hast, Geld zu bezahlen, ist eine große Freude. Blöd ist dieser Moment trotzdem, weil du jetzt mit dem tatsächlichen Preis rausrücken musst. Und der ist meistens recht hoch. Jedenfalls höher, als die…

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Charlie rastet aus

Fahr schön vorsichtig, sagte Heiner. Sie waren beide noch ziemlich tapsig. Die Köpfe schmerzten, Charlie war sogar noch ein bisschen schwindelig, zum Beispiel wenn er sich herabbeugte, um seine Schuhe zu binden. Es war vielleicht doch keine so gute Idee gewesen, bis nachts um vier aufzubleiben und Winnies Single Malt Whiskey zu testen, von dem er so geschwärmt hatte. Es war aber auch ein leckeres Gesöff gewesen, nicht so kratzig, wie sonst, sondern samtweich und fast schon fruchtig süß. Charlie war kein Säufer. Er trank gerne mal ein Bierchen, Beck’s oder noch lieber Haake Beck. Um die harten Sachen machte er normalerweise einen Bogen. Aber gestern war das etwas anderes…

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Timmy schaukelt

Unser Universitätsstädtchen hat einen Spielplatz, der direkt am Fluss liegt – nicht so unmittelbar, dass Kinder hineinplumpsen könnten, aber immerhin so nahe, dass man bequem zu ihm hinüberspazieren kann, selbst wenn man sehr kurze Beine hat. Dieser Spielplatz wimmelt fast immer vor Menschen. Er ist voller engagierter Eltern, die ihre Sprösslinge rund um die Uhr fördern und fordern und sie wahrscheinlich nachts wecken, um sie im zarten Alter von drei Jahren zwischen den einzelnen Schlafphasen flugs ein paar Englischvokabeln abzufragen. Und er ist natürlich voller Kinder, kleine, nimmermüde, blond- und braungelockte Racker, die die Klettergerüste hinaufkraxeln, die Rutschen hinunterpurzeln, Sandburgen und -kuchen bauen und Käfer und Ameisen in einer Suppe…

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Mach was Schönes

(Im Gedenken an unsere Freundin Ellen.) Es hat Zeiten gegeben, da habe ich, wenn ich alleine gewesen bin, mich auf die Erde gesetzt und geheult. Dann war das Leben so dunkel und der Schmerz so groß, dass es kaum noch auszuhalten war. Diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei. Aber natürlich ist es möglich, dass sie jederzeit wiederkehren. Wir alle geben unser Bestes, dem Leid so gut es geht zu entwischen. Aber gleichzeitig wissen wir, dass es zum Leben dazugehört, so wie der Tod auch. Und sollte es das einzige Mal sein, dass wir leiden, wenn wir Abschied von geliebten Menschen nehmen – früher oder später hat es uns, das…

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Warum es wichtig ist, Geschichten zu erzählen

Man könnte auf die Idee kommen, dass es etwas Wichtigeres zu tun gibt, als Geschichten zu erzählen, in Zeiten, in denen Kriminelle im Namen des Gottes, zu dem sie beten, Menschen mit Lastwagen totfahren, Nazis in aller Öffentlichkeit wieder vom totalen Sieg schwadronieren oder ein Ausbeuter, der seine Pubertät anscheinend nie wirklich abgeschlossen hat, zum mächtigsten Mann der Welt gewählt wird. Die Energie, die man darauf verwendet, über zufällige Bekanntschaften im Zug oder Hotel nachzudenken oder erfolglose Punkbands aus Bielefeld oder kleine Autisten mit einem Faible für Waschmaschinen, könnte man auch in politische Aktionen investieren, um sich an die Seite der Schwachen und Unterdrückten zu stellen oder um vor Umweltzerstörung…

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Ab dem 1. Februar: TimTom Guerilla als Hörbuch-Podcast

Dies ist vielleicht eine schöne Nachricht für alle, die dicke Bücher furchteinflößend finden oder sowieso lieber hören als lesen: Ich werde ‘TimTom Guerilla’ als Hörbuch veröffentlichen. Und das auch noch kostenlos: nämlich als Podcast. Was ist ein Podcast? Ein Podcast ist eine Art Radiosendung, die im Internet veröffentlicht wird und die man entweder direkt auf der jeweiligen Webseite hören oder abonnieren kann. Wer sie abonniert, der bekommt die neuesten Folgen direkt auf sein Abspielgerät geladen. Ab Mittwoch, dem 1. Februar, gehen die ersten Kapitel online. Und ab dann geht das wöchentlich so weiter: An jedem Mittwoch folgen weitere Kapitel. Nach etwa 20 Folgen wird das gesamte Hörbuch veröffentlicht sein, ungekürzt,…

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